Hast du schon einmal Hummus probiert?

Hummus ist eine köstliche Beilage oder auch ein Dip, der vor allem zu Gemüse oder als Aufstrich richtig lecker ist.

Allerdings ist Hummus meist aus gekochten Kichererbsen gemacht, was bedeutet, dass die darin enthaltenen Eiweiße denaturiert wurden und die hitzeempfindlichen Vitamine größtenteils verloren gegangen sind.

Dabei ist es so einfach, rohköstlichen Hummus, bei dem noch viel Vitamine erhalten bleiben, selber zu machen. Jetzt denkst du dir vielleicht: Aber was ist mit der schädlichen Phytinsäure in rohen Hülsenfrüchten? Keine Sorge, dafür habe ich eine geniale Lösung von meiner lieben Freundin Dorit bekommen, die ich nun selbst auch mit Begeisterung anwende.

WAS IST PHYTINSÄURE?

Phytinsäure ist ein natürlich in vielen Pflanzen und Samen vorkommender Stoff, der die Aufgabe hat, seinen Träger vor unerwünschten Angreifern zu schützen. Zu diesen Feinden zählen auch wir Menschen und darum kann die Phytinsäure die Aufnahme wichtiger Mineralstoffe und die Verdauung behindern. Damit wird klar, warum diese Substanz auch für uns Menschen in größeren Mengen nicht gerade ideal ist. Viele gesundheitsbewusste Menschen essen darum mit diesem Hintergedanken auch keine gekeimten Saaten oder blanchieren diese. Leider.

Denn genau die gekeimten Saaten sind so gesund. Durch das Einweichen werden die von Natur aus in der Pflanze enthaltenen Enzyme, die die Phytinsäure abbauen, aktiviert und die wertvollen Inhaltsstoffe der Samen stehen dem Körper wieder besser zur Verfügung. Durch das Erhitzen der Keimsaaten werden leider genau einige dieser aktivierten Nährstoffe wie z. B. Vitamin C, B1 und B5, teilweise oder ganz zerstört. Der Phytingehalt wird währenddessen aber nicht nennenswert reduziert, darum ist das Keimen oder zumindest das Einweichen für einige Stunden gerade bei sehr phytinreichen Lebensmitteln wie Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen ein idealer Schlüssel zu einer besseren Nährstoffverfügbarkeit und dazu noch ein toller Bonus für eine reibungslose Verdauung.

Schon durch diesen einfachen Schritt kannst du deinem Körper helfen, das Maximale aus den Lebensmitteln herauszuholen. Wenn du die Nährstoffverwertung noch weiter verbessern möchtest, dann kannst du deine gekeimten Samen noch ganz ohne großen Aufwand fermentieren.

WIE FERMENTIERE ICH KEIMSAATEN?

Es ist wirklich ganz leicht, Keimlinge wie Kichererbsen, Lupinen, Linsen etc. zu fermentieren. Du brauchst dazu weder Probiotika noch teure Geräte, wichtig ist nur, dass du auf Hygiene achtest und die Gefäße, in denen du fermentieren möchtest, deine Hände und alle deine Küchenhelfer schön sauber sind. 

Du bedeckst einfach die fertigen Keimlinge mit Wasser, mixt sie cremig und lässt sie danach lediglich für 12 – 24 Stunden an einem relativ warmen Ort stehen. Solltest du Fruchtfliegen oder kleine Kinder im Haushalt haben, dann ist es auch sinnvoll, dein Fermentationsgut mit einem luftdurchlässigen dünnen Tuch abzudecken, damit nichts Unerwünschtes hineingelangt. In dieser Der Fermentationsprozess beginnt dan von ganz alleine, je wärmer die Umgebung desto schneller geht das vonstatten und desto intensiver wird auch der Geschmack. 

Ich lasse meine Sprossen nur etwa 12 Stunden stehen, denn je länger ich warte, desto schärfer/kräftiger wird später das Hummus. Ich ziehe da die mildere Variante eindeutig vor.

Wie ich Kichererbsen keime, zeige ich dir in diesem Video. Wie ich das bei anderen Saaten mache, zeige ich dir hier.

ZUM REZEPT:

ZUTATEN für etwa 400 g Hummus: 

 

  • Ein  Glas á 500 g gekeimte Kichererbsen oder Lupinen (Während der heißen Tage werden Kichererbsen sehr schnell schlecht. Da eignen sich Lupinen besser.) 
  • Wasser (Sodass die Keimlinge damit bedeckt sind.) 
  • 1 TL Salz 
  • 2 – 3 TL Kreuzkümmel 
  • 1 – 2 TL süßes Paprikapulver 
  • 1 Knoblauchzehe 
  • 4 EL Zitronensaft 
  • 2 EL *Leinsamen
ZUBEREITUNG:  

 

  1. Gib Wasser zu den Keimlingen, bis sie gerade so davon bedeckt sind und mixe dann alles so fein wie möglich.
  2. Gib die ganze Masse in ein Glas. Am besten füllst du dieses maximal zur Hälfte, weil sich der Inhalt während des Fermentationsprozesses ausdehnt. Ich lege vorsichtshalber immer ein Handtuch unter das Glas, falls doch einmal etwas überlaufen sollte.
  3. Lasse die Flüssigkeit für 12 – 24 Stunden fermentieren. 
  4. Schöpfe die feste Masse ab und mixe diese mit den restlichen Zutaten zu Hummus. 
  5. Den Rest der Fermentationsflüssigkeit nutzen wir für dieses Rezept nicht.

Die Keimsaaten für meine Kichererbsen und Lupinen sowie meine Leinsamen bestelle ich mir sehr gern bei *Suessundcelver. Die haben sehr hochwertige Produkte und liefern alles in kompostierbaren Verpackungen direkt zu mir nach Hause. Wenn du das auch mal ausprobieren möchtest, bekommst du dort mit dem Code rawfood10 schöne 10 % Rabatt auf jede deiner Bestellungen und tust gleich noch etwas für unsere Umwelt.

 

Ich genieße Hummus am liebsten zu Kräckern, mit würzigem Kimchi

oder dippe frisches Gemüse wie Tomaten, Gurken und Möhren hinein. Du kannst es aber auch ganz toll für eine Salatsauce verwenden, wenn du es noch mit etwas Essig verdünnst.
Ich habe das zweite Beispiel einfach nur dazugeschrieben, weil es vom Lesefluss schöner wirkt, wenn du die Verwendungsmöglichkeiten noch etwas ausschmückst.

Traditionell wird Hummus mit Tahini gemacht, was auch super lecker ist, aber leider wenig von den wertvollen Omega-3-Fetten liefert. Diese sind aber so wichtig für unsere Gesundheit und ich bekomme davon leicht zu wenig, daher ersetze ich das Tahini hier mit Omega-3-reichen Leinsamen.

Du magst leckere Dips und Dressings? Dann wirst du mein E-Buch „Dressings, Dipps und Soßen“ bestimmt lieben.

Und jetzt bist du gefragt: Bist du ein Hummus-Liebhaber und hast du schon einmal Sprossen fermentiert? Oder bist du noch ganz neu im Reich der wundervollen Dips und der Milchsäuregärung? 

Ich freue mich so sehr darauf, von dir zu lesen und bin schon gespannt, was du unter diesem Post zu berichten hast.

Leave a Reply