Haferflocken sind günstig, vielseitig zu verwenden, lange haltbar und dadurch sehr beliebt. Aber wie gesund sind sie wirklich?

Haferbrei, Porridge oder overnight Oats werden sie genannt, diese unendlichen Frühstückkreationen, die voller Nährstoffe sein sollen. So viele Menschen lieben ihren Haferbrei am Morgen und sind in dem Glauben, sich oder auch ihren Kindern damit etwas Gutes zu tun. Auch ich habe Laurella und auch Samuel mit bestem Wissen und Gewissen morgens Haferbrei gemacht und dachte, sie seien somit optimal für den Tag versorgt.

Dabei sind herkömmliche Haferflocken gar nicht so gesund, wie viele oft glauben. Auf jeden Fall sind die meisten Marken alles andere als unbedenklich und nur ein industrielles Produkt ohne wirklichen Mehrwert. Klingt krass, oder? Schau dir einmal die Gründe dafür an, dann wird diese Behauptung schnell klarer.

Weil ich dir ja auch immer praktische Lösungen bieten möchte, zeige ich dir hier auch, was du beim Kauf von Hafer- und anderen Getreideflocken beachten kannst und wie du dir ganz leicht selbst deine eigenen nährstoffreichen Flocken zauberst.

WIE LANGE SIND HAFERFLOCKEN EIGENTLICH HALTBAR?

Haferflocken, wie du sie im Supermarkt kaufen kannst, lassen sich sehr lange aufbewahren, was uns meist erst einmal sehr gelegen kommt. Allerdings ist das für den Nährstoffgehalt gar nicht gut. Generell ist es bei Getreide wichtig, dass es so frisch wie möglich verwendet wird, um maximal von den Nährstoffen profitieren zu können.

Getreidekörner an sich können eigentlich sehr lange gelagert werden, ohne schlecht zu werden. Das gilt aber nur, solange man sie nicht verarbeitet, also z. B. schrotet, quetscht oder mahlt. Sobald das Getreide angebrochen oder sonst irgendwie verletzt wird, hält es sich maximal 2 – 3 Wochen. Dass diese Zeit überschritten ist, merkst du daran, dass die Getreideprodukte dann anfangen, sauer, ranzig oder auch bitter zu schmecken.

Um diesen unangenehmen Geschmack zu verhindern, durchlaufen handelsübliche Flocken eine ganze Reihe an Arbeitsprozessen, die die Stabilität der Ware garantieren sollen.

HERKÖMMLICHE HAFERFLOCKEN: VOLL MIT NÄHRSTOFFEN ODER NICHT?

Genau da liegt das Problem. Viele Haferflocken sind stark industriell verarbeitet, und enthalten daher sehr viel weniger von den für uns so wertvollen Nährstoffen. Sie liefern dann zwar noch eine ansehnliche Menge an Ballaststoffen, Eiweiß und Kohlenhydraten und füllen damit den Bauch, ansonsten sind sie aber ziemlich nährstoffarm. Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine haben unter der Verarbeitung gelitten und sind nicht mehr oder nur noch in sehr kleinen Mengen vorhanden. 

Wenn du dir überlegst, wie lange Haferflocken im Handel haltbar sind, dann kannst du erahnen, wie viele industrielle Schritte nötig sind, um so ein langes Haltbarkeitsdatum zu erreichen. Dazu gehören z. B. das Darren, also das Trocknen bei etwa 90° C sowie teilweise das Schneiden und immer das Dämpfen unter Druck, um die Haferflocken geschmacklich und von der Konsistenz her so hinzubekommen, wie wir sie aus dem Supermarkt kennen. So umgehen die Hersteller die Tatsache, dass frisch gequetschte Haferflocken nicht länger als 2 – 3 Wochen halten, ohne ranzig zu schmecken und zu verderben.

Wenn wir diese hoch verarbeiteten Haferflocken verzehren, bekommen wir zwar Kalorien, aber es fehlen uns die wichtigen Vitalstoffe, wie Vitamine und Co, die wir brauchen, um dauerhaft gesund zu bleiben und das Leben zu genießen. Darum sollten wir lieber so viel wie möglich roh, gesund und nährstoffreich essen und stark verarbeitete Produkte wie Haferflocken reduzieren. 

LUST AUF ROHKÖSTLICHES PORRIDGE?

Im Social Calendar findest du das Rezept und 59 weitere meiner Lieblingsgerichte.

WAS IST MIT GEKEIMTEN HAFERFLOCKEN?

Auch bei gekeimten Haferflocken, anderem gekeimten Getreide aus dem Handel sowie den Flocken daraus wird das Mindesthaltbarkeitsdatum leider oftmals zu hoch angesetzt. Auch da oxidieren die Fettsäuren, sie werden ranzig, sauer oder bitter im Geschmack und sind nach 2 – 3 Wochen nicht mehr gut.

Hafer und Co. verderben, der Geschmack leidet, die Nährstoffe verflüchtigen sich und die Enzyme verschwinden mit jedem Tag mehr.

WELCHE ALTERNATIVEN GIBT ES?

Früher konnte man Haferflocken beim Bäcker selbst quetschen lassen. Man musste nur mit seiner Schale Hafer dort vorbeigehen und konnte dann die frisch gequetschten Flocken wieder mit nach Hause nehmen. Da das aber heutzutage leider nicht mehr so üblich ist, habe ich folgende Empfehlung für dich:

Investiere am besten in eine gute Flockenquetsche (aus Edelstahl oder Holz) und quetsche dir  dann dein Getreide ganz einfach zu Hause selbst. Das Optimum wäre, den Hafer und auch anderes Getreide vorher noch zu keimen, denn dann bekommst du wirklich die volle Bandbreite an Nährstoffen von diesen wundervollen Lebensmitteln.

Da ich persönlich aber nicht noch ein weiteres Gerät in meiner Küche haben möchte, bestelle ich mir für unseren Bedarf die fertigen und frisch gekeimten Haferflocken von Startkraft. Die werden für jeden Kunden frisch gequetscht und sind dann bei richtiger Lagerung tatsächlich 2 – 3 Wochen haltbar (wie auch auf der Verpackung ausgewiesen).

Wenn ich für unseren leckeren Haferbrei frisches, unverarbeitetes Obst nutze, dann ist es mir auch ganz wichtig, frische, unverarbeitete Haferflocken zu verwenden.

Zudem hoffe ich insgeheim, dass wir zu den guten alten Zeiten zurückkehren und unser Getreide wieder beim Bäcker frisch quetschen lassen können. Dann wäre auch ich da wieder Stammkunde.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag helfen, dich noch besser mit Nährstoffen zu versorgen und die Qualität deines Getreides zu hinterfragen. Oft sind es die Dinge, die wir seit Jahr und Tag einfach aus Gewohnheit tun, die wir noch optimieren können. 

Teile diesen Post gern mit Freunden und allen Hafer-Fans, die auch mit Vorliebe leckeres Porridge, Oat Meal oder den guten alten Haferbrei genießen. Und wenn du einen Bäcker im Bekanntenkreis hast, magst du diesen ja vielleicht sogar dazu inspirieren, das Getreide seiner Kunden wieder frisch zu quetschen.

Die Inhalte dieser Mail basieren auf den Informationen, Analysen und Erfahrungen von den Ernährungswissenschaftlern von Startkraft.

2 Comments

  • Avatar Debora sagt:

    Hallo Maria,

    klasse Artikel! Allerdings ist meine Meinung, dass ich nur jeden empfehlen kann, eine Getreidemühle zu besorgen. So hat man einfach noch die meisten Nährstoffe. Wir haben seit vielen Jahren eine Mühle. Und wenn man regelmäßig Hafer selbst schrotet, rentiert sich das auch. Denn die vom Verkäufer geschroteten Haferflocken sind schon deutlich teurer, als wenn man Nackthafer kauft und diesen dann selbst schrotet. Die Mühle rechnet sich damit im Laufe der Zeit auf jeden Fall. Alles Gute dir! Liebe Grüße, Debora

    • Maria Sperling Maria Sperling sagt:

      Liebe Debora,

      ganz lieben Dank für deine wertvollen Erfahrungen und den Tipp. Ich stimme dir da auf jeden Fall zu und bin selbst gerade am überlegen in eine Flockenquetsche zu investieren. Wenn du einen guten Tipp für mich hast bin ich dir unendlich dankbar von deinen Erfahrungen zu profitieren.
      Selber machen ist immer noch am besten:-)

      Du bist eine wundervolle Seele.

      Alles liebe deine Maria

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